Tesla öffnet erste Ladestationen für Nicht-Tesla-Fahrer

In den Niederlanden startet Tesla nun ein bereits vor geraumer Zeit angekündigtes Pilotprojekt. Tesla-CEO Elon Musk kündigte bereits im Juli an, dass die teslaeigenen Supercharger für Elektroautos anderer Hersteller geöffnet werden. Bis jetzt war der Zugang zu Teslas eigener Ladeinfrastruktur lediglich Nutzerinnen und Nutzern der hauseigenen Fabrikate vorbehalten.

Verteilt in niederländischen Großstädten, stehen ab sofort zehn Supercharger zur freien Verfügung. Diese lassen sich über die Tesla-App einsehen. Somit können nun Halterinnen von Elektroautos anderer Fabrikate an ausgesuchten Tesla -Ladestationen ihre Fahrzeuge mit Strom betanken. Allerdings müssen die Elektrofahrzeuge auch in den Niederlanden gemeldet sein, damit sie zum Laden freigeschaltet werden können. Dies funktioniert obligatorisch ausschließlich in Verbindung mit der Tesla-App. Zudem handelt es sich bei dem Projekt vorerst um einen ein Test, um zu evaluieren, ob es möglicherweise zu Überlastungen des Systems kommt. Darüber hinaus soll auch Feedback teslafremder User gesammelt werden.

Gerüchte über dieses Projekt kursierten schon lange zuvor, doch konkret wurde es erst nach der Investorenkonferenz Teslas im zweiten Quartal (Juni) und einem Tweet von Elon Musk (Juli). Dieser kündigte an, dass zukünftig alle Halter batterie-elektrischer Pkw das Supercharger-Netzwerk nutzen können werden. Tesla möchte damit eigenen Aussagen zu Folge mehr Menschen dazu ermutigen, den Umstieg in die Elektromobilität zu vollziehen. Außerdem würde eine steigende Anzahl an Nutzern dafür sorgen, dass die Expansion der Supercharger schneller voranschreitet. Seit dem Start des Ladeinfrastrukturnetzwerks im Jahre 2012 wurden weltweit rund 25.000 Supercharger in Betrieb genommen.

Die Preise pro geladener kWh variieren je nach Standort. Vor allem aber sind die Preisunterschiede zwischen Teslafahrern und Nicht-Teslafahrern enorm. So zahlen Halter eines Teslas im Durchschnitt lediglich 0,24 Euro pro kWh. Besitzer fremder Marken werden hingegen durchschnittlich 0,57 Euro pro geladener kWh abverlangt. Eine Differenz von Mehr als 200%.

Diese Preisspanne sei laut Tesla notwendig, da Zusatzkosten für die Unterstützung der fremden Fahrzeuge entstehen. Beispielsweise müssen Ladevorgänge manuell gestartet und beendet werden. Dazu kommt, dass Fremdnutzer in der Tesla-App zunächst eine Zahlungsmethode hinterlegen müssen.

Obwohl das Projekt seitens Tesla bisher lediglich als Pilotprojekt bezeichnet wurde, stehen konkrete Pläne zur Öffnung aller Supercharger im Raum. Insbesondere in Bezug auf die Supercharger, die den DC-Standard CCS nutzen. Dieser ist vor allem in Europa weit verbreitet. Für Ladesäulen, die diesen Standard nicht nutzen, plant Tesla allerdings einen Adapter, der von Nutzern anderer Elektrofahrzeuge erworben werden kann. Auch hält sich Tesla offen, die Preisgestaltung zukünftig noch variabler zu gestalten. Die Amerikaner wollen kürzere Ladezeiten fördern und somit ein Preissystem einführen, das dazu führt, dass längeres Laden teurer wird als eine kurzzeitige Nutzung der Station. Ebenfalls sei es vorstellbar, den Preis pro kWh zu Stoßzeiten generell zu erhöhen.

Wann es zur Öffnung der Supercharger in Deutschland kommt, ist, zumindest Stand heute, noch ungewiss.

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